g-Genus das geschlechtsneutrale Genus

Vereinfachte Genderstern-Genderung

Genderung mit Genderstern

Eine bereits verbreitete Methode für geschlechtersensible Sprache ist die Verwendung des Gendersterns („ein*e gute*r Fahrer*in“), der einst als Unterstrich begann („ein_e gute_r Fahrer_in“) und mittlerweile häufig durch einen Doppelpunkt ersetzt wird (wodurch die Fugen kürzer sind; „ein:e gute:r Fahrer:in“). Obwohl dieses Vorgehen sprachlich in gewisser Hinsicht unbefriedigend ist, handelt es sich um eine sehr sparsame Methode, alle Varianten von Geschlecht (Gender, Geschlechtsidentität) sprachlich zu berücksichtigen (nämlich männlich, weiblich, nichtbinär). Somit lässt sich dieses Vorgehen als „Dreigenderung“ bezeichnen.

Bei der Dreigenderung werden also Femininum und Maskulinum miteinander kombiniert und an der Grenze, wo beide sich voneinander unterscheiden, das Fugenzeichen eingefügt. Beim Sprechen wird diese Fuge mit dem so genannten „Glottisschlag“ kenntlich gemacht (siehe unten unter „Aussprache des Genderdersterns“).

Ein Problem bei der Dreigenderung besteht darin, dass die Reihenfolge von Maskulinum und Femininum nicht bei jedem Wort dieselbe ist („ein*e gute*r Fahrer*in“). Dies erschwert die Aussprache. Aus diesem Grund wird im Folgenden die „Vereinfachte Dreigenderung“ vorgeschlagen.

Vereinfachte Dreigenderung

Vorgehen:

  1. Endungen werden rein feminin gegendert, wobei der Genderstern zwischen Grundwort und Endung gesetzt wird (Grundwort-Genderung).
    • Bspw. (Wem?) „dies*er Angestellt*en“ statt „diese*r/m Angestellte*n“, (Wer?) „gut*e Freund*in“ statt „gute*r Freund*in“.
  2. Doppelwörter werden feminin beendet.
    • Bspw. „er*sie“, „sein*ihr“, „der*die“.
  3. Evtl.: Doppelwörter werden nur am Ende gebeugt.
    • Dies betrifft nur die Possessivpronomen; bspw. „sein*ihre Schwester“.
  4. Bei den Adjektiven kann der Genderstern häufig weggelassen werden.
    • Bspw. (Wer? Wen?) „(ein*e) gute Freund*in“, (Wessen? Wem?) „guter Freund*in“.
    • Aber: „Lieb*e Kim“, „Angestellt*e“.

Effekte:

  1. Es kommt nicht mehr zu Genera-Verschränkungen, d. h. zu wortweisigen Wechseln der Genera-Abfolge. Stattdessen enden alle Wörter mit der femininen Endung.
    • Bsp.: „ein*e gute*r Freund*in“ wird zu „ein*e gute Freund*in“.
  2. Es kommt nicht mehr zu Genderungen, die sich nur durch vollständige Entschlüsselung aussprechen lassen.
    • Bsp.: „eine*r/m guten Freund*in“ wird zu „ein*er guten Freund*in“.
  3. Der Genderstern lässt sich an der Stelle aussprechen, wo er im Wort auch steht. (Siehe hierzu weiter unten unter „Aussprache des Genderdersterns“.)

Sonstige Möglichkeiten

Ob nun unvereinfacht oder vereinfacht hat die Dreigenderung stets den Nachteil, dass es immer wieder zu Anhäufungen der Genderfuge (bspw. des Gendersterns) kommt. Nicht nur, dass dies unschön aussieht, beeinträchtigt es auch den Sprachfluss. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich auch mit anderen geschlechtersensiblen Sprachtechniken zu befassen. Dabei lässt sich an der Wortbildung ansetzen (bspw. „Studierende“, „Teilnehmende“, „Lehrkraft“) wie auch an Formulierungen (bspw. „Bei Zulassung ist nachzuweisen, …“ statt „Der*die Antragssteller*in hat nachzuweisen, …“). Hierzu lohnt es sich, einmal einen Blick in Leitfäden für geschlechtersensiblen Sprachgebrauch zu werfen. Bspw.: