g-Genus das geschlechtsneutrale Genus

Grammatik: Artikel und Adjektive

Auf dieser Seite geht es um die Beugung von Artikeln (und anderen Artikelwörtern) sowie Adjektiven in Abhängigkeit von ihrem Substantiv. Dabei wird eine Systematik vorgestellt, die erheblich leichter zu verstehen ist, als es in landläufigen Grammatik-Darstellungen der Fall ist.

Einleitung

Im Deutschen ist die Beugung („Deklination“) der Substantive immer abhängig von deren Genus. Dieses Genus bestimmt auch die Beugung des Artikels (bzw. Artikelwortes) des Substantivs sowie der Adjektive, die diesem zugeordnet sind und diesem vorausgehen.

Landläufige Darstellungen der deutschen Grammatik behandeln diese Thematik unter den Aspekten einer „starken“, „schwachen“ und „gemischten Deklination“. Meines Erachtens erschwert eine solche Vorgehensweise die Erschließung der Thematik, anstatt sie zu vereinfachen. Dabei lässt sich eine solche Vereinfachung ganz leicht mittels eines sehr einfachen Kriteriums erzielen: Geht dem Adjektiv ein gebeugtes Artikelwort voraus oder nicht?

Es ist sehr zu bedauern, dass Grammatik-Didaktik bisher nicht zu einer derart vereinfachten (aber dennoch völlig zielführenden) Darstellung gefunden hat. Es scheint, dass fachliche Präzision und Komplexität höher bewertet wird als Anwendungsfreundlichkeit. Hierdurch wird das Erlernen der ohnehin schon recht schweren deutschen Grammatik unnötig erschwert.

Überblick zur Beugung der Artikelwörter und Adjektive

Im Folgenden wird zunächst die genusbezogene Beugung von Artikelwörtern und Adjektiven in Tabellen für jedes der traditionellen deutschen Genera (und für den Plural) dargestellt. Dieser Darstellung folgt deren Auswertung, wobei aus dem Ist-Zustand der traditionellen Genera Regelhaftigkeiten abgeleitet werden.

In den nachfolgenden Tabellen sind die Adjektive kursiv gesetzt und Regelabweichungen hervorgehoben.

Neu­trum: Mit gebeugtem Artikelwort
(⇒ Adjektiv: -e, -en, -en, -e; =‍ ‍„schwache Deklination“)
Ohne gebeugtes Artikelwort
(⇒ Adjektiv: wie Artikelwort; =‍ ‍„starke Deklination“)
Wer? das/ dieses gute Kind gutes Kind
Auch: ein/ kein/ sein/ ihr (etc.) gutes Kind
Wessen? des/ dieses/ eines guten Kind(e)s guten Kind(e)s
Wem? dem/ diesem/ einem guten Kind gutem Kind
Wen? das/ dieses gute Kind gutes Kind
Auch: ein/ kein/ sein/ ihr (etc.) gutes Kind
Masku­linum: Mit gebeugtem Artikelwort
(⇒ Adjektiv: -e, -en, -en, -e; =‍ ‍„schwache Deklination“)
Ohne gebeugtes Artikelwort
(⇒ Adjektiv: wie Artikelwort; =‍ ‍„starke Deklination“)
Wer? der/ dieser gute Helfer guter Helfer
Auch: ein/ kein/ sein/ ihr (etc.) guter Helfer
Wessen? des/ dieses/ eines guten Helfers guten Helfers
Wem? dem/ diesem/ einem guten Helfer gutem Helfer
Wen? den/ diesen/ einen guten Helfer guten Helfer
Femi­ni­num: Mit gebeugtem Artikelwort
(⇒ Adjektiv: -e, -en, -en, -e; =‍ ‍„schwache Deklination“)
Ohne gebeugtes Artikelwort
(⇒ Adjektiv: wie Artikelwort; =‍ ‍„starke Deklination“)
Wer? die/ diese/ eine gute Helferin gute Helferin
Wessen? der/ dieser/ einer guten Helferin guter Helferin
Wem? der/ dieser/ einer guten Helferin guter Helferin
Wen? die/ diese/ eine gute Helferin gute Helferin
Plu­ral: Mit gebeugtem Artikelwort
(⇒ Adjektiv Plural: immer -en; =‍ ‍„schwache Deklination“)
Ohne gebeugtes Artikelwort
(⇒ Adjektiv: wie Artikelwort; =‍ ‍„starke Deklination“)
Wer? die/ diese/ alle guten Helfer/ Helferinnen/ Helfir gute Helfer/ Helferinnen/ Helfir
Wessen? der/ dieser/ aller guten Helfer/ Helferinnen/ Helfir guter Helfer/ Helferinnen/ Helfir
Wem? den/ diesen/ allen guten Helfern/ Helferinnen/ Helfir guten Helfern/ Helferinnen/ Helfir
Wen? die/ diese/ alle guten Helfer/ Helferinnen/ Helfir gute Helfer/ Helferinnen/ Helfir

Beugungsregeln

Die Inhalte der Tabellen lassen sich auf wenige Regeln mit wenigen Ausnahmen verdichten.

Beugung der Artikelwörter:

  1. Artikelwörter enden genauso wie der bestimmte Artikel.
    Es gilt (Neutrum/ Maskulinum/ Femininum):
    • (Wer?) das → dieses/ der → dieser/ die → diese.
    • (Wessen?) des → dieses/ des → dieses/ der → dieser.
    • (Wem?) dem → diesem/ dem → diesem/ der → dieser.
    • (Wen?) das → dieses/ den → diesen/ die → diese.
  2. Ausnahme: In Neutrum und Maskulinum werden einige Artikelwörter teilweise gar nicht gebeugt.
    • Dies betrifft
      • den unbestimmten Artikel (ein-),
      • kein- sowie
      • die Possessivpronomen (bspw. „mein-“, „dein-“ etc.)
    • und zwar
      • in Wer- und Wen-Fall des Neutrums (bspw. „ein/ ein Kind“) und
      • im Wer-Fall des Maskulinums (bspw. „ein Helfer“).

Beugung der Adjektive:

  1. Wird ein Adjektiv von einem gebeugten(!) Artikelwort begleitet, so wird es im Singular (Wer?) -e, (Wessen?) -en, (Wem?) -en, (Wen?) -e (und im Plural immer -en) gebeugt.
    • = „Schwache Deklination“.
    • Ausnahme: Wen-Fall im Maskulinum (bspw. „den guten Helfer“ statt „den gute Helfer“).
  2. Wird ein Adjektiv nicht von einem gebeugten(!) Artikelwort begleitet, so wird es immer wie ein Artikelwort gebeugt.
    • = „Starke Deklination“.
    • Ausnahme: Wessen-Fall in Neutrum und Maskulinum (bspw. „guten Kindes/ Helfers“ statt „gutes Kindes/ Helfers“).
    • Dieser Teil der Regel betrifft also die Fälle, in denen ein oder mehrere Adjektive entweder von gar keinem oder lediglich von einem ungebeugten Artikelwort begleitet werden.

Sonstige Hinweise

Wir haben es also mit zwei Wortarten zutun, die sich auf ein Substantiv beziehen und diesem gemäß gebeugt werden. Leider werden beide (häufig) nicht identisch gebeugt, sodass es notwendig ist, die eine Wortart von der anderen unterscheiden zu können. Hier hilft Auswendiglernen, aber es bedarf auch der Fähigkeit, eine konkrete grammatische Situation zu verstehen. Aber keine Bange: dies ist nicht allzu schwer!

Artikelwörter:

Adjektive: